EKK-MEDIFACT als unabhängige Instanz zur Optimierung medizinischer Behandlungen

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15.6.2026…….

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Dies ist ein zentrales Element des EKK-MEDIFACT-Konzepts. Ziel ist nicht, dass EKK-MEDIFACT die Ärztin oder den Arzt ersetzt. Im Gegenteil: EKK-MEDIFACT verfügt als neutrale Wissens- und Koordinationsinstanz über den vollständigen Überblick über sämtliche bisherigen Behandlungen und Medikationen aller Patientinnen und Patienten. Dadurch kann das System innert Sekunden helfen, Fehlentscheide, Doppeluntersuchungen und unnötige Eingriffe zu vermeiden. Nur EKK-MEDIFACT kontrolliert sämtliche Vergütungen und dokumentiert sie im EKK-Patientendossier. Das System weiss zudem, ob eine Behandlung erfolgreich war oder ob weitere Behandlungen erforderlich wurden.

Gemäss Art. 117 Abs. 9 Bst. b beurteilt EKK-MEDIFACT geplante Behandlungen hinsichtlich ihrer medizinischen Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit, erteilt oder verweigert die Vergütungsgutsprache und bestimmt die am besten geeigneten Leistungserbringer.

Diese Aufgabe setzt voraus, dass EKK-MEDIFACT über Informationen verfügt, die der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt, dem Spital oder der Therapeutin beziehungsweise dem Therapeuten häufig nur teilweise zugänglich sind. Genau darin liegt die besondere Stärke des Systems.

Während sich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt in erster Linie auf die aktuelle Untersuchung und die vorhandenen Unterlagen stützt, hat MEDIFACT Zugriff auf das vollständige elektronische Patientendossier. Dieses enthält die gesamte Krankengeschichte einer Person einschliesslich früherer Diagnosen, Behandlungen, Operationen, Medikamente, Laboranalysen, bildgebender Untersuchungen sowie deren Ergebnisse.

Dadurch entsteht ein Wissensstand, der die Möglichkeiten jedes einzelnen Leistungserbringers übersteigt. MEDIFACT kann Zusammenhänge erkennen, die im medizinischen Alltag häufig verborgen bleiben. Das System weiss, welche Therapien bereits versucht wurden, welche erfolgreich oder erfolglos waren und welche alternativen Behandlungsmethoden sich in vergleichbaren Fällen bewährt haben. Dank der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes kann EKK-MEDIFACT aber auch neue, erfolgversprechende Therapieansätze erkennen.

Die Aufgabe von EKK-MEDIFACT besteht nicht darin, medizinische Entscheidungen selbstständig zu treffen. Vielmehr soll das System sicherstellen, dass bei der Beurteilung sämtliche verfügbaren Informationen berücksichtigt werden. Dadurch können behandelnde Ärztinnen und Ärzte auf zusätzliche Erkenntnisse, wissenschaftliche Empfehlungen oder Erfahrungen anderer Fachpersonen aufmerksam gemacht werden.

In vielen Fällen führt dies zu einer besseren Behandlung. Häufig lassen sich unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden. EKK-MEDIFACT kann ausserdem auf besonders erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten oder auf spezialisierte Zentren hinweisen, die für das betreffende Krankheitsbild besser geeignet sind als die ursprünglich vorgesehene Einrichtung.

Von besonderer Bedeutung ist die Möglichkeit, chirurgische Eingriffe kritisch zu überprüfen. Nicht jede Operation ist tatsächlich notwendig. Oft bestehen konservative Behandlungsmöglichkeiten, die mindestens gleich wirksam sind, geringere Risiken aufweisen und deutlich tiefere Kosten verursachen. Durch die umfassende Auswertung sämtlicher verfügbarer Informationen kann EKK-MEDIFACT solche Alternativen aufzeigen und damit helfen, unnötige Operationen zu vermeiden.

Die Vergütungsgutsprache wird deshalb nicht allein aufgrund eines einzelnen Antrags erteilt oder verweigert. Sie beruht auf einer Gesamtbeurteilung aller verfügbaren medizinischen Daten, wissenschaftlichen Erkenntnisse und wirtschaftlichen Überlegungen. Ziel ist stets, jene Behandlung auszuwählen, die der Patientin oder dem Patienten den grössten Nutzen bei vertretbaren Kosten bringt.

EKK-MEDIFACT soll die ärztliche Freiheit somit nicht einschränken, sondern sie durch eine neutrale, umfassende und patientenorientierte Gesamtbeurteilung ergänzen. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten durch eine höhere Behandlungsqualität, die Leistungserbringer durch fundiertere Entscheidungsgrundlagen und die Solidargemeinschaft durch einen effizienteren Einsatz der vorhandenen Mittel.

Dadurch entsteht ein Gesundheitswesen, in dem nicht die Anzahl der Behandlungen im Mittelpunkt steht, sondern deren tatsächlicher Nutzen für die Patientinnen und Patienten.

Das Vorstehende ist die eigentliche Begründung dafür, weshalb EKK-MEDIFACT Vergütungsgutsprachen erteilt oder verweigert.


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